Die Geschichte der Motorfahrzeuge

Nein, ganz ehrlich gesagt, der Titel dieser Seite ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Hier soll es nämlich nur um die Motorfahrzeuge in meiner Familie gehen. Aber da kommt auch schon einiges zusammen ....

 

1929

1929_Moto-FN-350.jpg

1929_immatric_moto.jpg

Im Rahmen unserer Familie kommt unbestritten meinem Schwiegervater die Rolle des automobilen Pioniers zu. Im April 1929 wurde sein erstes Motorrad zum Verkehr zugelassen. Es war eine belgische FN 350ccm (FN ist das Kürzel für Fabrique Nationale). Das Nummernschild lautete auf 24133, viel mehr ist leider nicht bekannt. Übrigens gibt es auch heute noch Liebhaber der FN-Motorräder: Oldtimer 1902-1965

 

1929

Praktisch zur selben Zeit, haben seine Eltern beschlossen, ein Automobil anzuschaffen. Es war dies ein stattlicher Citroen.

Technische Einzelheiten sind nicht bekannt, allerdings ist durch Erzählungen überliefert, daß der Wagen bereits mit seinem Eigengewicht schwer zu kämpfen hatte und daß die Fahrleistungen nicht übermäßeig beindrucken konnten.

 

Fahrschulen und Führerscheine gab es damals noch nicht. Die Bedienung der Fahrzeuge wurde dem Kunden vom Verkäufer erläutert, alles weitere mußte sich dann in der Praxis ergeben. Die Eltern haben nach einigen entmutigenden Versuchen eingestanden, daß sie mit der Führung des neuen Vehikels nicht zurecht kamen, somit war nach kurzer Zeit mein Schwiegervater (damals 20 Jahre alt) alleine für das Auto zuständig.

 

1933_2_Robert avec la Fiat.jpg

1931

Zwei Jahre später wurde ein neues Fahrzeug angeschafft, diesmal ein Fiat Umberto mit Vierganggetriebe und fast sportlichen Leistungen!

1933_1_Robert avec la Fiat.jpg

 

Und was kam dann???   Der zweite Weltkrieg, und damit Verzicht auf alles Verzichtbare, einschließlich privater Motorfahrzeuge. Das galt für Deutschland aber ebenso auch für Belgien.

Nach dem Ende des Kriegs wurde natürlich erneut eine Form von Mobilität angestrebt. Allerdings wurde eine solide Lösung für eine kleine eigene Familie gebraucht. Deshalb hat mein Schwiegervater den Plan eines Motorrads mit Beiwagen aufgegeben und stattdessen wieder etwas richtiges mit 4 Rädern angeschafft:

 

1953_07_Renault 4cv.jpg

1953

Ein Renault 4CV bewährte sich über zehn Jahre lang als Familienkutsche.

- 4 Türen

- Wassergekühlter 4-Zylinder-Heckmotor, 741ccm, 21 PS

- 3-Gang-Getriebe

- mit Rückenwind 100 km/h

Interessante Details zu diesem Wägelchen bei Wikipedia

 

Meine eigene Familie in Stuttgart war in bezug auf ihre Motorisierung lange nicht so fortschrittlich. Doch 1958, dank unserer unternehmungslustigen und fortschrittlichen Tante Marta, wurde auch in bei uns endlich ein Kraftfahrzeug angeschafft.

 

1958

Nachdem ein Fiat 600 und auch ein Lloyd 600 verworfen wurden, fiel die Wahl auf den VW-Käfer

30 PS, luftgekühlter Motor im Heck, laut und unverwüstlich.

Schiebedach, Ausstellfenster, verchromte Stoßstangen, Metalleffektlackierung ..... kurzum ein Luxusauto!

1958_vw.jpg

1959_vw.jpg

 

 

1962_07_VW.jpg

1962_08_VW am Zoll.JPG

1962

Der nächste: wieder ein Käfer!

Später kamen: VW-1500, ein dritter Käfer, NSU Prinz 4, NSU 1000, Simca 1000, VW Golf.

Man beachte auch die anderen Klassiker auf den nebenstehenden Fotos: Borgward Isabella, Opel Olympia und Opel Rekord.

 

Generationswechsel

 

1963_10_Mopedfahrer.jpg

1963

 

Mein Bruder Thomas konnte es kaum erwarten, bis es endlich soweit war: Mit 16 mußte ein Moped her!

NSU Quickly Cavallino

50ccm-Zweitaktmotor, 40 km/h

 

 

1967_1_Prinz-2.jpg

1967

Natürlich konnte das Moped nur eine Übergangslösung sein. Seit 1967 gebietet Thomas über vier Räder!

NSU Prinz 2
- Heckmotor, luftgekühlt, 2 Zylinder
- 600ccm, 23PS
Entwicklungsgeschichte und Details bei Wiki

Seine späteren Autos waren: Prinz 4, NSU 1000, Simca 1100, Opel Ascona, Opel Astra, Opel Meriva und noch ein paar weitere

1967_2_Prinz-2.jpg

 

 

1966

Nochmals ein kurzer Seitenblick zu meinem Schwiegervater:

Nach dem erwähnten Renault 4CV versprach ein Käfer mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit. Dem ersten folgte 1968 ein zweiter und anschließend zwei VW-Golf. 1989 folgte noch ein Ford Fiesta, den unser Schwiegervater bis ins Alter von 91 Jahren sicher und flink im Verkehr bewegte.

1967_08_02_coccinelle.jpg

1968_09_01_coccinelle2.jpg

1969_09_01_coccinelle2.jpg

1978_4_Golf.jpg

 

 

1968 - 1973

Mein erstes Kraftfahrzeug:

NSU Fox (Baujahr 1953)

- 98ccm Viertaktmotor 5,6 PS

- 4 Gänge, 2 Räder

- zuverlässig bis ins hohe Alter!

1968_05_01_Fox.jpg

1968_05_02_Fox.jpg

1968_05_04_Thomas auf Fox.jpg

1968_05_03_Thomas auf Fox.jpg

 

1970 - 1974

Mein erstes Auto: Der damaligen Familientradition folgend, ebenfalls ein NSU

NSU Prinz IV

- Heckmotor, luftgekühlt, 2 Zylinder

- 600 ccm, 30 PS, 120 km/h

Ein sehr selbstbewußtes Auto: selbst fern der Heimat und von zahllosen Fiat umgeben, verließ ihn sein Lächeln nicht.

1973_08_Prinz-4 auf Sardinien.jpg

 

1973_06_03_Muttis Käfer.jpg

1973

Und noch ein VW-Käfer kommt in die Familie!

1973 hat sich auch unsere Mutter entschlossen, in der automobilen Welt mitzumischen. Eine Zeitlang drehten sich die Überlegungen um einen Citroen 2CV. Dann verlief der Abwägungsprozeß wieder in den gewohnten Bahnen und heraus kam ...natürlich ein Käfer. Immerhin mit einer frischen und deutlich sichtbaren Lackierung.

Der orange Blitz hat lange, lange seinen Dienst versehen und wurde erst um 1993 von einem Polo abgelöst, der seinerseits allerdings schon nach wenigen Betriebsjahren 1997 durch einen neueren und erheblich verbesserten Polo ersetzt wurde.

 

 

1974

Mein zweites Auto (der letzte aus Neckarsulm):

NSU 1000
- luftgekühlter Viertakt-Vierzylindermotor im Heck
- 1000 ccm, 40 PS, 140 km/h

Leider besitze ich kein Foto von meinem damaligen Auto, ich habe deshalb diese Abbildung "geklaut". Die Farbe stimmt exakt mit meinem Exemplar überein. Sehr elegant waren die weinroten Sitzbezüge.

1974_NSU-1000_1.jpg

 

1981_R16.jpg

1978

Für die größer werdende Familie wurde ein geräumigeres Auto benötigt. Zehn Jahre lang begleitete uns ein

Renault R16

1600 ccm, ca. 70 PS

Variabler Kofferraum und unvergeßlicher Komfort.

1980_R16_1.jpg1980_R16_2.jpg

 

1979_Mini_2.jpg

1979

Andrée, meine liebe Frau, besaß zwar schon seit Jahren einen Führerschein, aber erst jetzt sollte er mit Leben erfüllt werden. Bekanntlich ist es der Wunsch vieler weiblicher Autofahrer, ein möglichst kleines Fahrzeug zu führen. Welches andere Auto könnte diesen Wunsch besser erfüllen als der Mini?

Frontantrieb, 10-Zoll-Räder, Gummiknubbel statt Federn, 1000ccm, 40 PS, 140 km/h

 

1990_Carina.jpg

1984

Zum ersten mal wird ein Japaner angeschafft, ein Toyota Corolla. Damals dachten wir kaum, daß dies nur der Anfang einer lange Serie von Toyota-Wagen wäre. Es folgte 1988 ein Carina-2 (Fotos), der wie sein Vorgänger durch Solidität und Zuverlässigkeit beeindruckte.

1989_Carina.jpg

 

2003_08_Peugeot.JPG

1991 - 2003

Un sacré numéro!

Der Peugeot 205 war 10 Jahre lang Andrées Begleiter. Flink, komfortabel und praktisch. Anschließend hat unsere Tochter Claudia mit ihm noch zwei Jahre lang ihre ersten Erfahrungen als Autofahrerin gesammelt.

- Frontantrieb, 1600 ccm, 78 PS

- 4 Türen, Heckklappe, variabler Kofferraum

 

2001_09_1Carina-E.jpg

2001_09_3Carina-E.jpg

2001_09_4Carina-E.jpg

1993

Das war ein tolles Auto, der Carina-E: Zweiliter-Motor, 133 PS, Klimaanlage, ABS und einen riesigen Kofferraum.
Nur schade, daß sich Andrée nie mit der Wagenfarbe hat anfreunden können.
Die Fotos sind übrigens am Tag der Weggabe entstanden, also nach 8 Jahren und 300.000 km intensivster Nutzung!

 

Mietwagen

In den letzten zwanzig Jahren war ich mit unzähligen Mietwagen unterwegs. Auf Urlaubsreisen aber noch viel mehr auf den vielen kurzen Dienstreisen. Die unterschiedlichsten Autos kamen mir da in die Hände, vom Kleinwagen bis zu Volvo oder BMW. Das Lustigste war jedoch der kleine Fiat-Kabrio, den ich 1999 am Flughafen von Lyon für eine Woche im sonnigen Süden Frankreichs bekommen habe.

1999_08_1_HireCar.jpg

 

2000_04_Kia-Pride.jpg

2000

KIA Pride  -  Was für eine traurige Geschichte!

Der Kia sollte das erste Auto unserer Kinder, Markus und Claudia werden. Aber das schmucke, kleine Auto ist nur einen Monat alt geworden! Obwohl korrekt am Straßenrand geparkt, wurde es eines Nachts im Mai 2000 von einem Unbekannten zu Schrott gefahren. Noch nicht einmal ein Foto existiert von unserem Auto, deshalb hier eine Abbildung aus dem Verkaufsprospekt.

 

 

Toyota_Starlet.jpg

2000

Toyota Starlet

Man könnte meinen, wir hätten ein Abonnement für diesen sympathischen Kleinwagen: 3 Stück haben wir im Laufe der letzten Jahre gekauft. Seit dem Erscheinen des Yaris sind die Starlets relativ günstig als Gebrauchtwagen zu bekommen. Der erste Starlet war ein Ersatz für den Kia Pride, Markus fuhr ihn mehrere Jahre hindurch. 2001 kam ein zweiter in die Familie, und zwar für Andrée als Ersatz für den Peugeot und schließlich, 2003, ein dritter für Claudia.

 

2001

Toyota Camry

Nach den guten Erfahrungen mit Starlet, Corolla und Carina habe ich mich mal an einen Camry gewagt. Gewiß kein Auto fürs Großstadtgewühle aber draußen, wo es noch ein wenig Platz gibt, ist er genial. Sein riesiger Kofferaum ist Gold wert. Übrigens: gebrauchte Camry sind ein Geheimtip unter Autokennern.

Erstaunlicherweise hat der Camry hierzulande Seltenheitswert. In den USA hingegen ist er seit Jahren das meistverkaufte Auto in seiner Klasse.

2008_Camry_01.JPG

2008_Camry_04.JPG

 

2003 - 2006

Nissan Micra

Ein angenehmer und zuverlässiger Kleinwagen, den wir für Markus als Ersatz für seinen verunglückten Starlet gekauft haben. Besonderheit war hier das stufenlose Automatikgetriebe, das zunächst etwas ungewohnt erscheint aber dessen Vorzüge man schnell zu schätzen weiß. Das kleine, leichte Wägelchen mit dem 1300er Motor war ein richtiger Renner!

2006_04_Micra.jpg

 

VW-Polo.jpg

2006

VW Polo

Meine Mutter / unsere Oma mußte wegen eines Augenleidens aufhören, Auto zu fahren. Ihren hochgeschätzten zweiten Polo hat sie daraufhin ihrem Enkel Markus zukommen lassen. Also bleibt er in der Familie und muß sich jetzt nur noch an wesentlich turbulentere Fahrgäste (die Urenkel der Erstbesitzerin) gewöhnen.